Die Wiesbadener Fußgängerzone ist die vitalste Einkaufsstraße unter Städten mit 250.000 bis 500.000 Einwohner*innen. Das Potenzial für eine lebendige und gern besuchte Innenstadt ist da – doch der zunehmende Onlinehandel verändert die Stadtzentren in ganz Deutschland tiefgreifend. Auch Wiesbaden bleibt davon nicht verschont: Leerstand und Verwahrlosung sind die Folge.


Wir Jusos Wiesbaden sehen diesen Trend mit Sorge – denn wo Menschen sich begegnen, entsteht ein Gefühl für Gemeinschaft, für Miteinander und Solidarität. Diese Begegnungsräume sind essenziell für unsere Demokratie, in der aus Gesellschaft echte Gemeinschaft werden kann.

Deshalb fordern wir, die Transformation der Innenstadt nicht den Kräften des Marktes zu überlassen, sondern aktiv zu gestalten. Mit den Mauritiushöfen ist ein erster wichtiger Schritt getan: Die Fußgängerzone wird unter freiem Himmel erweitert, neue Aufenthaltsräume entstehen und der veraltete Charme großer Warenhäuser wird aufgebrochen. Durch die Ansiedlung von Büro- und Wohnflächen wird die Innenstadt nicht nur Einkaufs- und Gastronomiemeile, sondern auch Lebensraum für die Wiesbadener Stadtbevölkerung.

Wir fordern, dass Leerstände – wie in der ehemaligen Sportarena oder im alten Galeria-Kaufhof-Gebäude – aktiv genutzt werden, um die Innenstadt zukunftsfähig zu gestalten. Neben weiteren Projekten wie den Mauritiushöfen sind hier auch kreative Konzepte für Freizeit, Kultur und Begegnung denkbar.

Das Walhalla wollen wir als vielseitig nutzbaren Kulturort erhalten – aber nicht um jeden Preis. Wir fordern eine zügige Entwicklung oder eine transparente Neukonzeption mit Veranstaltungscharakter, bei der auch ein Neubau eine Option sein darf.

Die Plätze in der Innenstadt sollen eine höhere Aufenthaltsqualität bekommen – mit Sitzgelegenheiten, Tischen und begrünten Flächen. Junge Menschen sollen sich hier treffen und mit einem Getränk vom Kiosk den Abend verbringen können, ohne auf teure Gastronomie angewiesen zu sein. In enger Zusammenarbeit mit lokalen Akteur*innen sollen niedrigschwellige Gastroangebote – wie etwa im Kiezgarten – ergänzend möglich sein.

Zusätzlich wollen wir unsere Innenstadt grüner machen – mit Rasenflächen, Hecken, Bäumen und entsiegelten Flächen. Das verbessert das Stadtklima, senkt die Temperaturen im Sommer und schafft Erholungsräume. Trinkbrunnen, Kaltwasserdiffusoren und andere Wasserzugänge sollen unsere Idee einer klimaangepassten Innenstadt ergänzen.